Tipps für eine gesunde Ernährung

Und warum es den heiligen Gral der Ernährung nicht gibt

Tipps für eine gesunde Ernährung

Guten Appetit. Genussvoll essen ist heute ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite geht der Trend zur selbstgemachten Küche und einem bewussteren, nachhaltigen Einkaufen, auf der andere Seite steht die Angst, sich für das falsche Produkt, für eine ungünstige Ernährungsmethode zu entscheiden: Low Carb, Vegan, Paläo oder schlicht Trennkost – Ernährungsmethoden gibt es mittlerweile wirklich unzählige und jede hat ihre Vorteile, Anhänger und Blogger, aber auch Nachteile. Wer soll da noch durchblicken? Der normale Verbraucher jedenfalls nicht.

Und ja, die Wahrheit ist: Es gibt die perfekte Ernährung nicht, jedenfalls nicht auf dem Papier. Denn nicht jeder Mensch verträgt alles und jeder benötigt seine eigenen Mengen, um sich wirklich gesund zu ernähren.

Was ist wirklich gesund? Auf welche Nahrungsmittel sollte man verzichten? Und warum wir lieber auf unseren Körper hören sollten? Schwere Fragen, die auch wir noch viel schwerer beantworten können. Und doch wage ich mich nach vorne und gebe euch ein paar Leitlinien für eine gesunde Ernährung an die Hand.

Ausgewogenheit

Man mag sich ja gerne und aus Überzeugung im Verzicht bestimmter Nahrungsmittel üben. Und klar: eine vegetarische Ernährung ist möglich. Bei einem gänzlichen Verzicht auf Tierprodukte wird es hingegen kritisch. Veganer sind auf Ersatzprodukte und Vitaminpräparate geradezu angewiesen. Aber auch der gemeine Fleischfresser hat es nicht leicht. So gibt es kaum eine bessere Eiweißquelle als Fleisch. Aber er neigt zum tierischen Überkonsum und damit auch zur Aufnahme von zu viel Cholesterin. Und das wiederum schlägt aufs Herz.

Eine gesunde Ernährung wird folglich auf Ausgewogenheit aufgebaut.  Wichtig ist vor allem die richtige Dosierung von Grundnahrungsmitteln, zu denen je nach Region beispielsweise Fisch, Fleisch, Wurzelgemüse, Getreide und Milch gehört. Dabei muss jeder für sich selbst die richtige Menge finden. Bedeutet: Statt zehn Kartoffeln lieber nur fünf und dafür mehr anderes Gemüse oder gar ein Beilagensalat.

Zudem macht es keinen Sinn, jedem in der Familie die gleiche Menge aufzutischen, denn bei jedem schaltet sich das Sättigungsgefühl an einem anderen Punkt ein. Und doch herrscht natürlich auch und gerade am Küchentisch Futterneid. Und der beginnt schon bei einem halben Löffel Eiscreme für den großen Filius mehr gegenüber seiner kleinen Schwester.

Mein Tipp: In der Familie einen ausgewogenen Essensplan für die Woche erstellen und die Portionen auf den Tellern bewusst dosieren.

Qualität statt Quantität

Obst ist gesund, also runter in den Magen damit. Schon richtig. Aber es kommt auf das Obst und Gemüse an. Eine Banane ist wegen ihrem Zuckergehalt ungesünder als ein Apfel, liefert dafür aber eine Menge Calcium. Eine Kartoffel gibt dank Stärke viel Energie und macht satt, andererseits aber auch in zu großen Mengen dick. Dann doch lieber nur Salat? Im Gegenteil, denn Salat gilt zwar als leichte Kost, kann aber ebenfalls in größeren Mengen zu Problemen führen. Kopfsalat hat beispielsweise eine abführende Wirkung – aber das gilt (beinahe) für Rohkost im Allgemeinen. Außerdem verträgt nicht jeder Magen Rohkost. Es kann zu Bauchschmerzen kommen – und zu Bauchgrummeln, wenn sich das Sättigungsgefühl noch nicht eingestellt hat. Wie häufig hat man es schon selbst erlebt: Heute nur einen Salat – und danach ein fetter Pudding als belohnender Nachtisch.  Und schon wieder merken wir, dass es den Königsweg nicht gibt.

Mein Tipp: Sich selbst klarmachen, worauf man Hunger hat und bewusster einkaufen. Und statt zwei Kilo von dem günstigen ruhig nur 500 Gramm von dem besseren Produkt kaufen. Damit ist man erstens automatisch weniger (weil weniger da ist) und zweitens auch noch das (wahrscheinlich) gesündere Produkt.

Frische vs. Fertigprodukt

Na logo, Nahrung sollte frisch zubereitet und verzehrt werden. Qualität bedeutet Frische. So viel ist klar. Nur wer hat schon so viel Platz im Kühlschrank, dass er wirklich für sieben Tage oder noch länger frische Waren aufbewahren kann. Und dann noch das Zubereiten und Kochen. Seien wir ehrlich: Wir greifen gerne mal auf TK-Ware oder Eingemachtes zurück. Das ist schon fertig portioniert und auch sowas wie „frisch“ – doch leider häufig auch voller Zusatzstoffe.

Ja, selbst manch frische Gemüsesorten sind so hochgezüchtet, dass sie mit dem eigentlichen Nahrungsmittel nicht mehr viel gemein haben: Tomaten zum Beispiel. Und was das Fleisch angeht, so kennen wir ja die Schlagzeilen der letzten Jahre. Und schon sind wir wieder mittendrin in dieser Unsicherheit. Schüttelt sie ab. Denn TK-Ware und Dosenfutter darf auch mal sein – sie sollten eben nur nicht den vollen Ernährungsalltag bestimmen. Der Clou: selbst kochen! Statt auf vollständige Fertiggerichte zu setzen, lieber Frisches und Eingelegtes gekonnt mischen.

Mein Tipp: Fertigprodukte aufpeppen durch frische Zutaten. In den tiefgekühlten Gemüsemix kommt noch eine frische Zwiebel und Paprika. In die Tomatensuppe aus der Dose werden frische Tomaten reingeschnibbelt. Die Fertigfrikadellen werden mit einer frischen Zucchini verlängert. Und wer gerade einen Bund vorrätig hat, der verfeinert die Kost noch mit Schnittlauch oder Petersilie.

Mut zu Neuem

Eine ausgewogene Ernährung kann nicht nur bedeuten, dass es montags Fleisch, dienstags Reis, mittwochs Nudeln, donnerstags Bratkartoffeln und freitags Fisch gibt. Die Bandbreite der Nahrungsmittel ist, wie zu Beginn schon angedeutet, sehr vielfältig geworden. Produkte, wie Süßkartoffeln und neuerdings auch Quinoa und Amaranth waren vor zehn Jahren noch eine Skurrilität im Ladenregal. Ja, selbst die aktuell so viel gelobte Avocado war einst ein gar seltsames Gemüse mit einer gewöhnungsbedürftigen Konsistenz. Heute sind sie auch in unseren Breitengraden zu haben und bieten ganz neue Ernährungsansätze fern der deftigen deutschen Küche und der uns längst erschlossenen mediterranen Ernährung europäischer Südländer.

Mein Tipp: Nicht immer dieselben Ladenregale ansteuern, sondern sich auch mal trauen, etwas Neues, Unbekanntes zu probieren.

Und zu guter Letzt: Trinken, trinken, trinken

Aber nicht das, was ihr jetzt denkt. Denn Alkohol sollte nach wie vor in Maßen konsumiert werden. Gleiches gilt für Limo und süße Säfte jedweder Art. Was jedoch wichtig ist: Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Mindestens zwei Liter am Tag – und am besten pures Wasser. Manchem weiblichen Pflänzchen fällt das gar nicht so leicht. Denn vor allem Frauen vergessen, regelmäßig Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dabei ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sogar noch wichtiger als die Aufnahme von fester Nahrung.

Mein Tipp: Immer ein Fläschchen mitnehmen. Egal, wo es hingeht. Und wer sich zum Trinken zwingen muss, für den gibt es viele Apps die einen regelmäßig daran erinnern.

 

Habt ihr auch noch ein paar Ernährungstipps aus eurem Alltag? Was ist euer Geheimnis für eine gesunde Ernährung? Wir experimentierfreudig seid ihr? Und: Wie wichtig ist euch eure Ernährung eigentlich? Ja, ihr merkt: wir haben hier mehr Fragen an euch, als wir selbst beantworten. 😉

 

Quellen:
brigitte.de
eatsmarter.de
fitforfun.de
gesund.co.at
gesundheits-guide.at
gesundheitsforschung-bmbf.de
gofeminin.de
medizinauskunft.de
planet-wissen.de
zentrum-der-gesundheit.de

 Bildquelle: pixabay.com | Jerzy Gorecki

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Jörg Gottschling

Jörg Gottschling

Chronischer Querdenker im #Hashtag-Fieber, aktiver Blogger & Digital Native auf der Suche nach mehr Leben im Alltag.
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