Blüh- und Kräuterwiese von der Rolle

Eine Kräuterwiese im Sommer.

Bestimmt habt ihr tierisch Lust, den Sommer über jede Woche Rasen zu mähen, ihn ständig zu gießen, dann auch mal wieder zu düngen – und wenn ihr ganz krass drauf seid, auf Knien rutschend Löwenzahn auszustecken. Nein?!?! Dann haben wir etwas für euch: den anspruchslosen Gräser-Kräuter-Rasen.

Wenn der Rasenmäher brummt

Wer einen Rasen im Garten hat, kennt das wöchentlich gleiche Spiel. Am Freitagabend, oder gerne auch am Samstag-Vormittag, wenn andere über den Wochenmarkt schlendern oder schon die Badesachen packen, holt man den Rasenmäher aus dem Schuppen und brummt ums Haus herum. Nach dem Mähen heißt´s dann, den Rasenschnitt ins Auto zu laden und fortzuschaffen.

 

Gräser und Kräuter als Alternative

Und wenn man aufs Wegfahren keinen Bock hat – oder es irgendwie vergisst – dampfen die Säcke bald stinkend vor sich hin. Macht dann noch mehr Spaß!

Die Alternative zum kurz geschorenen Zierrasen ist eine Gräser- und Kräuterwiese, zumindest für Teile des privaten Grüns. Ja, das was wir meinen, ist mehr Wiese als Rasen.

 

Mager ist am besten

Wie der Name schon andeutet, geht es um eine Grünfläche, auf der sich überwiegend Gräser, Wildblumen und Kräuter breit machen. Die lässt man einfach hoch wachsen, so bis auf Kniehöhe ungefähr. Was erstens heißt, dass nur noch wenige Male pro Jahr gemäht wird. Auch das Düngen kann man sich komplett sparen, denn der Untergrund soll ja möglichst „mager“ sein. Also eher nährstoffarm und eher sandig.

Eine Kräuterwiese im Sommer.

Vergesst das Unkraut

Pflegeleicht ist so eine Grünfläche auch, weil man nicht zu gießen braucht. Denn wenn die Pflanzen höher wachsen, trocknet der Boden weniger aus und selbst in trockenen Phasen und mit heißer Sonne gibt´s hier keinen gelb „verbrannten“ Rasen. Darüber hinaus könnt ihr das Unkrautjäten und den fiesen Unkrautvernichter vergessen. Denn in der blühenden Pflanzenvielfalt können sich unerwünschte Schmarotzer kaum durchsetzen.

 

Turbolösung von der Rolle

Stellt sich die Frage, wie man zu so einer Blühwiese kommt. Ganz einfach. Man kann sie wie jeden anderen Rasen aussäen. Oder, und das ist die Turbolösung, man wählt einen fertigen Rollrasen. Der wird in einer Stärke von wenigen Zentimetern in dicken Rollen per Lkw angeliefert und ist problemlos zu verlegen. Auf dem glatt vorbereiteten Untergrund rollt man die einzelnen Bahnen einfach nebeneinander aus, sodass man binnen weniger Stunden schon richtig Fläche machen kann.

 

Gießen einstellen!

Das geht übrigens auch auf dem Carport- oder Garagendach, wo sich so ein blühender Blumen- und Kräuterrasen ebenso anbietet. Nach dem Verlegen wässert man ihn in den ersten Wochen, bis er richtig angewachsen ist. Den Stand der Dinge checkt man, indem man den Rasen am Rand ein wenig anhebt sodass man die Wurzeln sieht. Sobald er sich nicht mehr anheben lässt, ist alles gut. Das Gießen wird dann eingestellt.

 

Für jeden Geschmack

Und übrigens: Rollrasen gibt es in zahlreichen Variationen, sprich mit ganz unterschiedlichen Pflanzenmischungen, da sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Apropos Geschmack: Könnte schon sein, dass diejenigen Nachbarn oder Spaziergänger, die ihren Parkrasen mit der Nagelschere schneiden, etwas die Nase rümpfen. Doch wen stört das schon?

 

Es brummt auch – nur schöner

Mit so einem naturnahen Rasen seid ihr die coolen, die Insektenretter und die Anti-Spießig-Fraktion. Denn eines ist sicher: Hier kommen Schmetterlinge, Bienen, Hummeln & Co. scharenweise angeflogen, sodass es nur so summt und brummt. Und glaubt uns, das hört sich deutlich angenehmer an als so ein stinkender oder stromfressender Rasenmäher!

Norbert Weimper

Baufachjournalist, fasziniert von alten Burggemäuern – und Verfechter des zeitgemäßen Holzfertigbaus.
Norbert Weimper

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