Von der Wohnung ins Haus

Living Haus - Von der Wohnung ins Haus

Wie Buchautorin Elisabeth Jessen schon schreibt: „Es gibt zwei unwiderlegbare Argumente für das Leben in einem Haus. Das Drüber und das Drunter.“  Somit kommt irgendwann einmal jeder Mensch an einem Punkt, wo er sich die Frage stellt: Treppendienst oder kein Treppendienst?

Wer ein Haus sein Eigen nennen möchte, kann von zahlreichen Vorteilen profitieren. So ist es beispielsweise möglich, sein Eigenheim in ruhiger Lage zu errichten, oder bunt und aufregend in Stadtnähe. Alles ganz allein eine Typfrage!

Wie dem auch sei: Haus ist Haus. Ein eigener Garten und kein ungepflegter Mini-Hinterhof, den man sich mit fünf anderen Pärchen teilen muss. Ein großes Raumangebot, falls Nachwuchs erwartet wird oder der Ehemann sich im 3-räumigen Keller doch einen Proberaum für seine Band einrichten möchte. Keine nachtaktiven alten Nachbarn, die meinen, sie müssen ihr Dachbodenabteil nachts entrümpeln, weil sie mal wieder nicht schlafen können. Und vor allem, keine, aus deren Wohnung der Fernseher so laut schallt, dass man den Wettermoderator noch in den Etagen drüber und drunter problemlos versteht, weil die Wände zu dünn sind. Ja, ihr wisst schon, wovon ich rede.

 

Das Studentenleben und die Nachbarn

Als junger Mensch war es immer wichtig, mitten in der Großstadt zu wohnen, keine Frage, natürlich in einer Altbauwohnung mit hohen Decken und direkter S-Bahn Verbindung zur nächsten Bar. Da hatte man ja auch noch kein Auto – die meisten zumindest – und kannte das Problem der ewigen Parkplatzsuche nicht. However, ist man dann als Student spät nachts (torkelnd und motorisch total unfähig) heimgekommen, klopften die Nachbarn schon gerne mal als Retourkutsche mit dem Besenstil gegen die Decke. Wer kennt’s? – So viel zum Thema Nachbarn. Aber war uns ja irgendwie egal, weil: Man musste ja das Studentenleben genießen!

 

So viele Schuhe!

Ebenso aufregend ist ja noch die Geschichte mit den Schuhen. Wenn mal wieder Besuch ansteht, werden die Schuhe ja wie gewöhnlich vor der Haustür, statt dahinter deponiert. Das können dann mal locker sechs Paar Schuhe sein, über deren Anblick der Nachbar von gegenüber sicherlich nicht erfreut ist, obwohl es doch irgendwie total verständlich ist! Ganz beliebt ist ja dieser mit einer Plastikblumenvase verzierte Holzschuhschrank, der seitlich aufgestellt wird und den Lichtschalter des Treppenhauses gerade noch so rausgucken lässt.

Wo sollen wir unseren ganzen Kram denn sonst lassen? In der Regel steht ja jedem Hausbewohner ein Kellerabteil zu. Aber, wer will schon jedes Mal vom Erdgeschoss auf den Dachboden laufen oder von der vierten Etage in den Keller, nur um das Gästebett zu holen, wenn mal wieder Besuch ansteht? Was für ein Luxus ist es dann, wenn sich Keller, Wohnräume und Dachboden innerhalb der eigenen vier Wände befinden? Also, thank god: Sämtliche Wohnungen später (eine davon über einer Bar, weil ja „Studentenleben genießen“ und so) und vielleicht sogar ein Nachwuchs später, wird einem dann bewusst, dass das doch nicht die Zukunft sein kann. Denn, wie Jessen schreibt: „Die Entscheidung für ein Haus muss keine fürs Leben sein. Aber das Leben, das fühlt sich schon deutlich entspannt an darin.“

 

Der Garten

Im Gegensatz zur Wohnung müsst ihr euren DIY-Tomatenanbau nicht mehr in Pflanzenkübeln auf eurem Balkon in die möglichst sonnigste Ecke stellen, sondern in einem richtigen – nach Osten-ausgerichteten – Garten. Er muss nicht mal besonders groß sein. Er ist viel mehr als ein Balkon oder ein Mini-Hinterhof. Ihr werdet merken, dass ihr plötzlich viel mehr Zeit draußen verbringt als zuvor, denn laut Buchautorin Elisabeth Jessen „muss [man] nicht mehr im Straßencafé um einen Platz kämpfen, sobald es warm wird. Der Platz an der Sonne liegt direkt hinter dem Wohnzimmer.“´… und eure Tomaten auch! Es liegt ganz an euch, wie ihr Haus und Garten gestaltet – das schenkt euch Flexibilität und die Möglichkeit, alles nach eurem Geschmack einzurichten und auszustatten. Also, falls ihr mal auf die Idee kommt, mehr Tomaten anzupflanzen als nur einen Kübel, dann macht das! Da wird euch kein 1m2 Balkon im Weg stehen! Und seid ihr dann mal im Urlaub, müsst ihr nur höflich den Nachbarn fragen, ob er ab und zu mal nach den Tomaten schauen kann. Er wohnt dann in der Regel neben euch. Nicht drüber oder drunter.

 

Do it how you want it!

Abgesehen von unfreundlichen Nachbarn und Mini-Hinterhof, habt ihr bei eurem Eigenheim natürlich 100%-igen Einfluss auf die Gestaltung und Design. Ihr könnt es individuell nach euren eigenen Vorstellungen umbauen und bei der Inneneinrichtung kreativ werden. Und falls noch mehr Nachwuchs geplant ist – kein Problem, da wird sich schon eine Lösung finden, wie zum Beispiel: Aufstocken, eine Zwischenwand oder – decke einbauen und vieles mehr, was in einer Wohnung nicht möglich wäre. Ebenso träumen vielleicht Viele von euch einem begehbaren Kleiderschrank, den ihr nur aus Hollywood-Filmen kennt. Auch kein Problem! Beim Bau eures eigenen Hauses könnt ihr euren begehbaren Kleiderschrank direkt neben das Schlafzimmer bauen und, falls gewünscht, mit einem direkten Durchgang zum Badezimmer.

Zusammengefasst, über euer Haus bestimmt nur ihr selbst und müsst euch mit niemandem abstimmen. Ihr seid euer eigener Herr und könnt schalten und walten wie es euch gefällt. Und um zurück zum Thema Parkplatz zu kommen: Vom Parkplatz sind es nur ein paar Meter zur Haustür. Und alles, was dahinter geschieht, geht nur euch etwas an. Kein Ärger mit den Nachbarn und vor allem: Kein Treppendienst!

 

Quellen:

Schoener-wohnen.de
Abendblatt.de
ruv.de
Homify.de – Wie kann ich einen begehbaren Kleiderschrank in mein Schlafzimmer integrieren?
Homify.de – 7 Ideen mit kleinem Budget das Haus zu vergrößern

Bildquelle:
istock.com | ah_fotobox

Thao Nguyen

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„Work hard – Play hard!“
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