Mit Minimalismus besinnen auf das Wesentliche

Living Haus Blog - Mit Minimalismus besinnen auf das Wesentliche

„Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen.”
(Konfuzius, chinesischer Philosoph).

Wie viele Dinge brauchen wir, um glücklich zu sein? Wie oft tun wir etwas, auf das wir eigentlich gar keine Lust haben? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich der Lebensstil des Minimalismus: Sich zu beschränken.

Immer mehr Menschen entdecken, wie entspannend es sein kann, weniger zu besitzen, sich Besitztümer zu entledigen und wieder den Fokus auf das Wesentliche zu setzen. Aber nicht nur weniger besitzen ist mit Minimalismus gemeint, sondern sich wieder darauf zu konzentrieren, was uns guttut.

Ein minimalistischer Lebensstil lohnt sich nicht nur, um ein erfüllteres und somit glücklicheres Leben zu führen, sondern auch, um den Geldbeutel zu schonen.

 

Was ist Minimalismus?

„Zu viele Leute geben Geld aus, das sie nicht verdient haben, um Dinge zu kaufen, die sie nicht wollen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen.”
(Will Rogers, US-amerikanischer Humorist)

Laut Wikipedia bezeichnet Minimalismus einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht. Konsumkritische Menschen versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu führen.

Es gibt es zahlreiche verschiedene Interpretationen von Minimalismus. So sieht der Blogger Mr Minimalist Minimalismus als die Lebensart des „einfachen Lebens“, „als Weg zu mehr persönlicher Freiheit, einem bewussteren Selbst und mehr Freude am Leben“ an. Er ist Minimalist geworden, um sich auf das wirklich Wichtige in seinem Leben zu konzentrieren.

Den meistgelesenen Blog zum Thema Minimalismus im deutschsprachigen Raum schreibt Christoph Hermann: www.einfachbewusst.de. Für ihn bedeutet Minimalismus ein Leben ohne Ballast, jeder Mensch definiert diesen Ballast unterschiedlich. Für Hermann sind dies unnötige Dinge, vermeintliche Verpflichtungen, negative Gedanken und Beziehungen, die ihm nicht guttun.

Führt man diese Haltungen zusammen, kann man sagen, im Minimalismus gehe es darum:

  • Weniger, vor allem bewusster zu konsumieren.
  • Selbstkritisch zu entscheiden, was brauche ich wirklich. Im Idealfall fällt das immer leichter und Kaufreflexe treten seltener oder gar nicht auf. Man beschäftigt sich weniger mit materiellen Dingen und hat mehr Zeit für sich.
  • Sich frei von unnötigen Zwängen und vermeintlichen Verpflichtungen zu machen.

Jeder bestimmt also selbst, was zu einem einfacheren, erfüllten Leben führt.

 

Wieso Minimalismus?

Minimalismus gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die steigenden Besucherzahlen vom Blog „Einfach Bewusst“ zeigen, dass immer mehr Menschen nach praktischen Tipps suchen, sich ungeliebtem Ballast zu entledigen.

Viele Menschen wünschen sich in der heutigen komplizierten Welt mehr Klarheit, Einfachheit und Ruhe. Professor Niko Paech von der Universität Siegen erklärt:

„Das Angebot an Optionen ist geradezu explodiert, der Tag hat aber nach wie vor nur 24 Stunden. Das führt zu einer Verwendungskonkurrenz um die nicht vermehrbare Ressource Zeit.“

So wurde Zeit in letzten Jahren zu einer der kostbarsten Ressourcen, noch wertvoller als Besitz. Genau diese gilt es, so sinnvoll wie möglich zu nutzen.

Als netter Nebeneffekt ist Minimalismus gut für den Geldbeutel! Denn wer wenig konsumiert, also wenig Geld ausgibt, der spart viel. Außerdem zahlen Minimalisten weniger Instandhaltungs- und Folgekosten. Denn Dinge beanspruchen nicht nur unsere Zeit und Aufmerksamkeit, sondern verursachen oft weitere, häufig unterschätzte Kosten. Selbst kleine elektrische Geräte verbrauchen Strom.

Außerdem können Menschen, die einen minimalistischen Lebensstil verfolgen, auf kleiner Wohnfläche leben. Denn wer weniger Möbel besitzt, braucht auch weniger Platz.

 

So bringt ihr Minimalismus in euer Leben!

Es gibt zahlreiche Tipps und Anleitungen, wie ihr mehr Klarheit in euer Leben bringt. Die Prioritäten liegen bei jedem natürlich woanders. Besonders gut gefallen haben mir die Tipps von Stefanie Adam, Life Coach, die den Blog feineseele.de betreibt. Sie findet: „Das Leben ist viel zu wertvoll, um unsere Zeit nicht sinnvoll zu nutzen.“ Dem stimme ich absolut zu. Für sie findet Minimalismus nicht nur außen statt, sondern vor allem auch innen. Je mehr sie sich auch innerlich von negativen Gedanken, Glaubenssätzen oder ihr nicht guttuenden Verhaltensmustern befreit, desto glücklicher sei sie im Aussen.

Sie empfiehlt unter anderem:

Start in den Tag

  • Startet den Tag ohne das Handy
  • Nehmt euch bewusst Zeit für den morgendlichen Kaffee, oder Tee
  • Genießt euer Frühstück ohne Ablenkung
  • Steht früher auf
  • Geht mehr zu Fuß

Haushalt

  • Bestellt die Werbepost ab
  • Sortiert eure Garderobe im Flur
  • Räumt die Hausapotheke auf
  • Widmet euch dem Stapel Briefen
  • Sortiert eure Zeitschriften und Zeitungen aus
  • Haltet eure Fensterbänke übersichtlich
  • Mistet die Krimskrams-Schublade aus
  • Sortiert Badartikel aus

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Freizeit

  • Kauft nur, was ihr gebrauchen könnt
  • Lasst den Fernseher eine Woche lang aus: Das klingt vielleicht einfach, ist für viele nach einem anstrengenden Arbeitstag häufig eine Herausforderung. Wie wär’s mal mit anderen Methoden zu entspannen, wie einen Abendspaziergang, einem Entspannungsbad oder dem Probieren neuer Rezepte? Durch bewussten Verzicht des Fernsehens habt ihr viel mehr Zeit für euch.
  • Lest ein Buch, denn Bücher bereichern unser Denken. Wer glaubt, es wäre keine Zeit da, um zu Lesen, der irrt – Bereits durch nur zwei Seiten vor dem Schlafen zu lesen, hat man pro Jahr mehrere Bücher durchgelesen. Da stehen doch die Chancen gut, das Pensum nach einiger Zeit zu steigern.

Übrigens: Der Instagram-Account von Feine Seele ist wirklich bezaubernd anzuschauen, ganz im minimalistischen Sinne gestaltet.

Auch interessant ist das Projekt 333, dreiunddreißig drei ausgesprochen, auf das der Zeit Online Redakteur Francesco Giammarco gestoßen ist. Die Idee hierbei ist, seine Garderobe für drei Monate auf 33 Teile zu beschränken. Die Amerikanerin Courtney Carver hat das Projekt erfunden. Sie wurde vielen durch die Dokumentation „Minimalism: A Documentary about the Important Things in Life“ bekannt, die auf Netflix zu sehen ist. Courtneys Motto lautet: Be more with less. Sei mehr mit weniger.

 

Ein schöner Leitsatz für Minimalismus zuhause ist:

„Habe nichts in deinem Haus, von dem Du nicht glaubst, dass es nützlich oder schön ist.” (William Morris, britischer Maler, Designer und Schriftsteller)

 

Weihnachten steht vor der Tür – Darf es auch mal weniger sein?

Wir hören nun für die nächsten 1.5 Monate, was wir denn nicht alles zu Weihnachten haben müssen… Und seien wir mal ehrlich, wer von uns mag keine Geschenke gern? Aber alle Jahre wieder… gibt es den selbstgestrickten Pullover, bei dem wir die Nase rümpfen, die Süßigkeiten, die wir nicht mögen…

Wie oft schenkt man sich Dinge, die man eigentlich gar nicht braucht? Da ist es doch viel besser, lieber einmal konkret auszusprechen, was ihr euch wünscht und was nicht? Welche Schokolade ihr am liebsten mögt? So müsst ihr gar nicht erst Ungewünschtes zurückgeben oder verkaufen.

Und das schönste Geschenk ist doch: Gemeinsame Zeit zu verschenken. 😊 Eine klasse Möglichkeit hierfür ist die Website Zeit statt Zeug, die zahlreiche Ideen gibt, wie einen Kochabend statt Kochbuch, Reparieren statt neu Kaufen, Wandern statt Wein, Vorlesen statt Buch, und und und…

 

Und nun?

Es bestimmt also jeder selbst, was für ihn Ballast ist. Und letztendlich ist es doch egal, wie man es nennt: Egal ob minimal oder achtsam, ob man auf sein Inneres schauen soll oder einfach aufs eigene Gefühl achtet, es geht letztlich um das Gleiche: Ein erfülltes Leben zu führen durch so wenig Ballast wie möglich. Es gibt Menschen, die das intuitiv schaffen, und so wenig Dinge wie möglich machen, auf die sie keine Lust haben. Dann sind da viele andere, die in dieser schnelllebigen, hektischen Zeit wieder lernen möchten, sich von unnötigem Ballast zu befreien.

Die verschiedenen Minimalismus Blogs oder Bücher geben hierfür wirklich klasse konkrete Tipps. Viel Erfolg und vor allem Spaß beim Ballast loswerden!

 

Alle Zitate im Artikel habe ich auf Einfachbewusst.de gefunden.

 

Quellen:
Deutschlandfunk.de
Duden.de
Einfachbewusst.de
Feineseele.de
Mrminimalist.com
Simplizist.de
Wikipedia.de
Zeit.de

Bildquelle:
istock.com | satamedia | vicnt

Johanna Wies

Johanna Wies

Gestern wollte ich eigentlich noch etwas sagen. Das hatte ich morgen aber schon wieder vergessen.
Johanna Wies