Klassisch bis trendy: Coole Cocktails für euren Sommer!

Living Haus - Blogtext Sommer Cocktails

Freitagabend, ihr habt’s euch im wohlverdienten Feierabend gerade gemütlich gemacht, die Musik läuft leise im Hintergrund, die Sonne scheint euch ins Gesicht, ihr sitzt auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten – nun noch ein leckerer Cocktail, und alles ist perfekt.

Genau für diesen Moment habe ich heute einige Cocktail-Tipps zum Selbermachen für euch, aber auch ein paar Hintergrundfakten. Wenn Gäste vorbeischauen, könnt ihr nicht nur einen leckeren Cocktail kredenzen, sondern auch mit ein wenig Barwissen angeben. Und keine Sorge, nicht nur an einem Freitagabend schmecken diese Sommer-Drinks. 😉

 

Gin, ein Trend, der bleiben darf

Deutschland wurde in den letzten Jahren ja regelrecht vom Gin-Boom überrannt, immer mehr Sorten tauchten auf, immer mehr Bars spezialisierten sich. Gin Tonic überall. Doch nicht nur in der Gastronomie hielt er Einzug, nach und nach schwappte der Trend auch in die deutschen Haushalte. So erklärte es Barmann und Herausgeber des Magazins „Mixology“ Helmut Adam in einem Interview (dpa).

Nicht erst seitdem der große Boom des Wacholderschnapses begann, bin ich bekennender Gin-Fan. Daher habe ich heute ein paar feine Gin-Cocktails für euch ausgewählt. Denn es ist echt nicht schwer, sich zuhause selber leckere Gin-Cocktails zu zaubern.

 

Die Grundausstattung

Es ist gut, für Cocktails immer einige Basics da zu haben:

  • Shaker
  • Eiswürfel
  • Jigger (Messbecher), ein Schnapsglas eignet sich aber auch prima
  • Gin
  • Gläser, wie klassische Caipi-Gläser, Martinigläser oder Gingläser, die Auswahl ist schier endlos
  • Zitronensaft (frisch gepresst, oder, für spontane Cocktails, in kleiner Glasflasche)
  • Zuckersirup (könnt ihr auch ganz einfach selber herstellen)

Bei Eiswürfeln eignen sich am besten die gekauften, aus dem Supermarkt oder von der Tankstelle. Wieso Eiswürfel so wichtig sind für den Cocktail? Sie bringen Schmelzwasser hinein und kühlen es. Die richtigen Eiswürfel sind tatsächlich eine Wissenschaft für sich. Wenn’s euch interessiert, könnt ihr hier einen interessanten Artikel drüber lesen.

Für noch mehr Hintergrundfakten gibt’s hier ein tolles Lexikon, in dem ihr alles rund um Cocktails lernen könnt.

 

Hier kommen sie, die Cocktails für den Sommer!

Haltet die Eiswürfel bereit und lasst den Shaker ordentlich durch die Luft wirbeln, nun geht’s los! Ja sicher, Aperol Spritz, Hugo oder Lillet Berry, die beliebten Drinks der letzten Sommer, sind auch weiterhin beliebt.

Aber alle, die Lust auf Abwechslung haben, dürfen nun weiterlesen.

 

Gin Tonic, der wieder belebte Klassiker

Nichts geht über einen herrlich erfrischenden, bitteren Gin Tonic. Und so simpel. Ihr nehmt ein Gin- oder Caipi-Glas, füllt es komplett mit Eiswürfeln, gießt vier bis sechs cl Gin eurer Wahl drüber und füllt es mit vorgekühltem Tonic Water auf. Noch mit einer Zitronen- oder Limettenspalte garnieren. Sieht hübsch aus und untermalt die Zitrusnoten im Gin Tonic. Neuerdings wird hierfür auch gern eine Gurkenscheibe genommen.

Das war’s! Wenn ihr’s aber ganz genau wissen wollt, könnt ihr hier alles rund um den Klassiker Gin Tonic lesen, unter anderem, welche Gin-Sorten und welches Tonic Water am besten zusammenpassen.

 

Auch Klassiker: Tom Collins & Gin Fizz

Für beide Klassiker braucht ihr:

  • 5 cl Gin
  • 3 cl Zitronensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • Eiswürfel
  • Soda

Für den Tom Collins gebt ihr Gin, Zitronensaft und Zuckersirup direkt ins Glas und rührt sie. Eis hinzugeben und mit Soda auffüllen. Schwups, nun nur noch die Zitronenspalte als Garnitur. Nachdem er fertig ist, sollte er nicht zu lange stehen, das verfälscht den Geschmack. Also, direkt genießen!

Eine leicht abgewandelte Variante ist der ebenso leckere Gin Fizz. Hier gebt ihr Gin, Zitronensaft und Zuckersirup zusammen mit einigen Eiswürfeln in den Shaker. Ordentlich schütteln, so bekommt ihr eine schön schaumige Krone, die den Gin Fizz ausmacht. Nun in ein mit Eiswürfeln gefülltes Longdrinkglas abseihen. Das bedeutet, dass ihr nur die Flüssigkeit aus dem Shaker ins Glas filtert, die zum Shaken gebrauchten Eiswürfel werden nicht weiter benutzt. Zum Schluss noch Soda dazu geben, zack, fertig.

 

Absoluter Trend: Cocktails mit Tee!

Echt jetzt? Falls ihr auch erstaunt sein solltet und der Trend bisher an euch vorbei gegangen ist. So ergeht es mir zumindest. Und ich weiß auch noch nicht so recht, ob ich das schlimm finden soll. Häufig stößt man in diesem Zusammenhang auf den Begriff Gin Infusions – hier werden dem Gin Tees, Kräuter, Fruchtauszüge, oder Gewürze zugesetzt.

Besonders beliebt scheint zum Beispiel der Earl Grey Martini zu sein. Hierfür braucht ihr:

  • 3 EL frischen Earl Grey Tee
  • 10 ml Zitronensaft
  • 50 ml Gin
  • Eiswürfel
  • Zucker
  • Früchte wie Physalis zum Dekorieren

Wie genau ihr nun Earl Grey Martini als auch weitere Tee-Cocktails mixt, könnt ihr hier lesen.

 

Negroni

Mixologe Helmut Adam betonte in dem bereits erwähnten Interview nicht nur den Gin-Boom, sondern beobachtete einen weiteren Trend: „Den Likör-Boom und eine neue Liebe zum Wermut, also dem mit Gewürzen und Kräutern aromatisierten Wein.“ So werde der Gin-Wermut-Campari-Aperitif Negroni immer beliebter.

Obwohl dieser Cocktail momentan einen Aufschwung erlebt, feiert der Negroni dieses Jahr schon seinen hundertsten Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Zu verdanken hat er diesen dem Grafen Camillo Negroni (1868–1934), so besagt die Legende. Nach einigen wilden Jahren in Amerika und Kanada war der umtriebige Lebemann im Jahr 1919 zurück in seine Heimatstadt Florenz gekehrt. In eher melancholischer Stimmung – er wurde nicht sehr herzlich in seiner Heimat empfangen – saß er eines Tages allein und gelangweilt am Tresen des Café Casoni.

Vom Bartender seines Vertrauens, Fosco Scarselli, wünschte er sich ein Getränk, „so süß, so herb, so bitter ist wie das Leben selbst“ (Zeit.de). Einen „Americano für Erwachsene“ wollte er gern. Genau diesen, bestehend aus Campari, Wermut und Soda, hatte er vor sich. Doch etwas Stärkeres sollte her, ohne Soda. Das Leben war schließlich nicht immer nett zu ihm. Der flinke Scarselli ersetzte Soda durch Gin und fügte eine Orangenscheibe hinzu, anstelle der bisherigen Zitronenzeste. Das Ergebnis benannte er nach seinem Gast. Dieser war hin und weg und fortan verband ihn und den neu geschaffenen Drink eine große Liebe. So groß, dass ihm sein Arzt (angeblich) empfahl, nicht mehr als 20 davon am Tag zu trinken.

Nun könnt ihr es bestimmt nicht mehr erwarten, euch oder euren Gästen diesen berühmten Cocktail zu machen. Dafür braucht ihr einfach jeweils 3 cl Campari, (roten) Wermut und Gin. Wenn ihr’s doch genauer wissen wollt, hier gibt’s das genaue Rezept. Ihr müsst es ja nicht so übertreiben wie Graf Negroni. 😉

Geschichten über Cocktails gibt es wohl viele, aber kaum eine ist so häufig und detailliert zu lesen wie diese über die Entstehung vom Negroni.

Und da auch 100-jährige Cocktails mal eine Veränderung mögen: Diesen Sommer ist der Negroni wohl in der gespritzten Version sehr beliebt. Das Rezept für den Negroni Spritz findet ihr hier.

 

Tropical Lemon (ohne Alkohol)

Zum Abschluss kommt hier noch ein ganz wunderbarer alkoholfreier Cocktail, den ich neulich in der Tanzschule genossen habe: Tropical Lemon. Dabei entdeckte ich eine neue Frucht, die Kumquats. Das sind leckere Miniorangen.

Für den Tropical Lemon nehmt ihr:

  • zwei Stück Kumquats
  • 1 cl Zitronensatz
  • 8 cl Maracujasaft

Alles im Shaker mit Eiswürfel durchschütteln und ab ins Caipi-Glas damit. Nun noch mit dem „Filler“ Bitter Lemon auffüllen.

Übrigens: Auch wenn es, laut den Experten heißt, den Cocktail in ein Caipi-Glas mit neuen Eiswürfeln zu schütten, ist es auch völlig okay, die bereits im Shaker benutzten Eiswürfel ins Glas zu geben. Und einiges sparsamer.

 

So, da habt ihr nun einige Cocktails zur Auswahl. Aber, denkt bitte dran: Alkohol bei starker Hitze – immer nur in Maßen!

Gutes Gelingen und Cheerio!

 

Quellen:

Cocktails.mixology.eu
dpa, auf Zeit.de/news/2018/-10/02/cocktail-und-co-welcher-drink-ist-angesagt
Ginspiration.de/blog/infusionen-mazarete-aus-gin
Lecker.de/Negroni-Spritz
Mahlzeit.city/news
Zeit.de/zeit-magazin

 

Bildquelle:
istock.com | bhofack2

Johanna Wies

"Das schönste aller Geheimnisse: ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen." Mark Twain
Johanna Wies