Grünkohl, Linsen & Co. – Omas Superfood

Living Haus Blogtext Omas Superfood

Ich sitze auf der Küchenanrichte, gespannt schnupper` ich den Essenduft und schaue selig in den Topf, als meine Oma die Suppe abschmeckt, mir dann auch noch einen Löffel zum Probieren reicht. Schließlich ist es soweit, das winterliche Mittagessen steht auf dem Tisch, vor mir dampft ein heißer Teller Erbsensuppe, hmmm, lecker!

So erging es mir an einem der Nachmittage nach der Schule, an dem es zur Oma ging. Heute ist Omas gute Hausmannskost wieder total in: Die Gerichte von früher erinnern uns nicht nur an die Kindheit, sondern sie schmecken auch köstlich und sind gesund. Nun, gesund sind natürlich nicht alle, denken wir nur an Omas viele Torten, Knödel, Pudding oder Kaiserschmarrn. Aber heute möchte ich mich den gesunden Rezepten von früher widmen, Omas Superfood eben, wie es heutzutage so gerne heißt.

 

Grünkohl, Wirsing, Rosenkohl – Kohl ist toll!

Als Kind war er noch nicht unbedingt mein Lieblingsessen, aber je älter ich wurde, umso mehr wusste ich ihn zu schätzen, wenn er auf den Tisch kam: Kohl in sämtlichen Varianten. Egal ob Kohlrouladen, Rosenkohl in Béchamel-Sauce, Blumenkohl mit Kartoffeln und Bratwurst, Wirsing mit deftigem Speck und Würstchen oder Rotkohl zu Weihnachten – köstlich!

Da ich an dieser Stelle nicht allen Kohlsorten gerecht werden kann, möchte ich eine Sorte herausheben: Den Grünkohl. Auf dem Weihnachtsmarkt war er früher ein Muss, als Eintopf mit Kartoffeln und Mettwürstchen. Okay, den findet ihr sicher nicht auf allen Weihnachtsmärkten, ich komme aus Nordrhein-Westfalen, da gehört Grünkohl auf dem Weihnachtsmarkt einfach dazu, aber auch in Oldenburg, Bremen, Niedersachsen und in Ostfriesland wird er besonders geschätzt.

Grünkohl hat einen hohen Vitamin- und Nährstoffgehalt, vor allem Vitamin C, Calcium und Ballaststoffe. Somit stärkt er im Winter das Immunsystem und sättigt für eine ganze Weile. Außerdem ist er ein regionales Gemüse. Viele beliebte Superfoods, wie Quinoa oder Avocados, müssen importiert werden. Grünkohl hingegen wächst direkt in Deutschland, zumindest von November bis März. In der restlichen Zeit kann man aber problemlos Tiefkühlware nehmen, sie enthält ebenfalls alle wichtigen Inhaltsstoffe.

In Deutschland gibt es Grünkohl bereits seit dem 16. Jahrhundert. Daher ist es umso witziger, dass langsam der „Kale“ Trend aus den USA und Großbritannien zu uns herüberschwappt. Zahlreiche Food-Blogger dort und weltweit haben die gesundheitlichen Vorteile von Grünkohl entdeckt und haben ihm zu neuem Ruhm verholfen. Der große Unterschied ist, dass die neuen internationalen Liebhaber des Superfoods viel experimentierfreudiger sind und den Kohl in neue Formen gebracht haben. Schaut im Internet einfach mal nach „Grünkohl“, dann findet ihr den klassischen Grünkohleintopf, sucht ihr aber nach „Kale“ – ihr werdet staunen, was ihr da alles entdeckt: Grünkohl-Wraps, Grünkohl-Toasts, Grünkohl-Smoothies, Grünkohl-Chips, Grünkohl-Kapseln, oder Grünkohl-Saft.

Hier hab ich auf jeden Fall ein Rezept für den klassischen Grünkohleintopf nach Omas Art für euch.

Oder wie wäre es mit Kohlrouladen? Die gibt’s hier.

Ansonsten habe ich hier eine große Übersicht vieler Kohlrezepte gefunden, egal mit welcher Sorte.

 

Hirse: Ein wahres Chamäleon!

Auch Hirse wurde in den letzten Jahren immer beliebter, früher wurde es noch als „Arme-Leute-Essen“ verschrien. Das glutenfreie Getreide bietet eine wertvolle Ergänzung einer ausgewogenen und gesunden Ernährung: Hirse bietet eine gute Eisenquelle und einen optimalen Mineralstoffmix mit lebenswichtigen Aminosäuren und komplexen Kohlenhydraten. Somit beugt sie Kreislaufproblemen und Mangelerscheinungen wie Müdigkeit vor und dient zum Abnehmen. Hirse beinhaltet gute Fette und hat zugleich einen geringen Kaloriengehalt. Früher haben die Omas Hirsebrei gekocht, der alle satt machte, doch niemandem Speckröllchen bescherte.

Ich selber habe erst kürzlich Hirse neu entdeckt, als es im Geschäft kein Couscous gab. Dann machte ich eben denselben Salat, nur mit Hirse. Denn das Getreide ist eine gute regionale Alternative zu Couscous, Quinoa oder Reis. Somit sind die Möglichkeiten der Zubereitung scheinbar unendlich, aufgrund des eher milden Geschmacks passt Hirse gut zu Gemüsen, aber auch zu Fleischgerichten, in Suppen und Eintöpfen oder in Currys und Salate.

Hier gibt es einen Überblick verschiedenster Hirse-Rezepte.

 

Linsen, Bohnen, Erbsen: Her mit den Hülsenfrüchten!

Solange ich zurückdenken kann, habe ich die eingangs erwähnte Erbsensuppe geliebt. Leckere Würstchen vom Metzger dürfen natürlich nicht fehlen. Es ist sehr schön zu lesen, dass tatsächlich der Trend weg von exotischem hin zu regionalem Gemüse geht und die Erbse, gemeinsam mit anderen Hülsenfrüchten, immer beliebter wird.

Während sie früher ebenfalls als „Arme-Leute-Essen“ galt, wird die Erbse immer mehr wertgeschätzt. Fitness-Coach Markus Dawo aus Regensburg ist glücklich über den überraschenden Siegeszug der bisher kaum beachteten Erbse. Er erklärt, dass sie aus der Region stammt, nachhaltig ist, gut schmeckt, vielfältig zubereitet werden kann und gesund ist. Besonders den letzten Punkt betont er: „Erbsen sind aufgrund ihres Eiweißgehalts sehr empfehlenswert. Auch wegen der Ballaststoffe, die alle Hülsenfrüchte haben, ist es gut, sie zur Nahrung dazuzunehmen.” Wirklich erstaunlich: Bei 100 Gramm Erbsen nimmt man gerade mal 80 Kalorien zu sich, gleichzeitig aber viel Vitamin B, Magnesium, Eisen, Kalium und Zink.

Lest hier, wie ihr die gute alte Erbsensuppe kochen könnt.

Aber auch Linsen und Bohnen sind richtig gesund und lecker! Aus weißen Bohnen zum Beispiel könnt ihr Suppen, Salate oder Püree zaubern oder sie als Gemüsebeilage verwenden. Sie enthalten pflanzliches Eiweiß, welches lange sättigt. Außerdem weisen weiße Bohnen viele Mineralstoffe als auch Ballaststoffe auf, welche die Verdauung fördern und für eine gesunde Darmflora sorgen.

Das Gleiche gilt für Linsen: Früher ebenfalls als billiges Essen gern genutzt, sind sie heute ziemlich beliebt, nicht nur, weil sie so gut schmecken, sondern auch wegen ihrer vielen positiven Eigenschaften. Sie haben einen hohen Eiweiss- und Ballaststoffanteil und beinhalten zahlreiche komplexe Kohlenhydrate als auch hohe Mengen an Kalium, Magnesium, Eisen, Zink und B-Vitaminen.

Linsen sind ebenfalls sehr vielfältig zuzubereiten, egal ob als Salat, deftiger Eintopf, Bratlinge oder als vegetarische Bolognese Sauce. Hier findet ihr tolle Linsen-Rezepte.

 

Selbstgemachte Knochenbrühe

Zu guter Letzt gibt’s die selbstgekochte Knochenbrühe. Unsere Omas taten es aus der Not, dann lange niemand mehr, plötzlich ist es völlig hip: Knochen auskochen. In den letzten Jahren ist um die Brühe regelrecht ein Hype entstanden. Und woher kommt der? Natürlich, aus den USA. Plötzlich laufen in New York anstelle eines Coffee To-go-Bechers alle mit einem Becher Knochensuppe, in Englisch „Bone Broth“, herum.

Angefangen hat den Hype wohl die Suppenküche „Brodo“ in Manhattan, wo bis zu 400 Menschen für einen To-go-Becher Knochenbrühe anstehen. Hollywood Schauspieler schwören auf die gute Wirkung der Brühe. So sehe Salma Hayek so jung aus, weil sie täglich einen Becher Knochenbrühe trinke.

Tatsächlich wurde die heilende und abnehmfördernde Wirkung der Knochenbrühe bereits in der Traditionellen Chinesischen Medizin gepriesen, Köche und Ernährungsexperten erklären die Brühe schon zum Allheilmittel. Die Knochenbrühe soll unsere Knochen, unser Gewebe und unser Immunsystem stärken. Sie soll gut für die Gelenke und Verdauung sein und unter anderem Heißhunger, Depressionen und Entzündungen vorbeugen. Praktischerweise soll sie auch die Fettverbrennung ankurbeln und für schönere Haut, Haare und Nägel sorgen. Sie sei sogar so sättigend, dass sie komplette Mahlzeiten ersetzen kann.

Na, könnt ihr es auch kaum abwarten, sie auszuprobieren? Dann gibt’s hier ein Rezept.

 

Ihr seht, unsere Omis können sich freuen, dass ihre Gerichte solch ein Comeback erleben. Und wir freuen uns erst recht über die leckeren Gerichte von früher, die auch noch so gesund sind. 😊 Und für den Jahresbeginn, wo wir mal wieder ein paar Pfunde von zu vielen Advents-Süßigkeiten loswerden möchten, wissen wir Bescheid, was dabei hilft: Ganz viel Hirse und Hülsenfrüchte essen und Knochenbrühe schlürfen. 😉

Viel Spaß beim Kochen und guten Appetit!

 

Quellen:
Eatsmarter.de
faz.de
Großeltern.de
Gruenderszene.de
Heilkraeuter-infos.de
Mittelbayerische.de
Kulturportalweserems.de
Reishunger.de
Zentrum-der-gesundheit.de

Bildquelle:
istock.com | bowie15

Johanna Wies

Johanna Wies

Gestern wollte ich eigentlich noch etwas sagen. Das hatte ich morgen aber schon wieder vergessen.
Johanna Wies