Feng Shui im Fertighaus: Eine Einführung

Living Haus - Bett positioniert nach Feng Shui

Ein Grund für die Bekanntheit des chinesischen Feng Shui bei uns im Westen, ist die populäre Zielsetzung der Lehre, nämlich nach Gesundheit und Wohlbefinden – wer strebt denn nicht danach? Dennoch wissen viele nicht, wie man Feng Shui (übersetzt Wind und Wasser) richtig praktiziert. Dies liegt vor allem an der Komplexität dieser Lehre sowie an den vielen unterschiedlichen Strömungen. Wir brechen heute die Vielschichtigkeit des Feng Shui für euch herunter, sodass ihr, bereits nachdem ihr diesen kompakten Text gelesen habt, ein paar Praktiken bei euch zu Hause umsetzen könnt. Bevor wir jedoch mit der Raum- und Farblehre Anfangen, gibt es einen kurzen Rückblick und Überblick über diese alte, facettenreiche fernöstliche Lehre. Los geht’s, wir lassen das Chi fließen.

Das Chi (Qi) muss fließen  

Wir reisen nach China ungefähr 1000 v. Chr., wo Feng Shui seinen Ursprung hat. Der alten Lehre nach werden alle Elemente, jeder Gegenstand und jeder Berg durch die Lebensenergie Chi belebt und gestaltet, es fließt frei in uns und um uns. Dieser freie Fluss des Chi sorgt für Gesundheit, Wohlbefinden und Harmonie. Ist das Chi im Ungleichgewicht, kann dies negative Auswirkungen auf den Menschen haben. Wer jedoch Feng Shui praktiziert, sorgt für diesen freien Energiefluss und baut Energiebarrieren ab. Das rein körperliche Pendant zu Feng Shui ist die ebenfalls aus der chinesischen Medizin stammende Technik der Akupunktur. Die Lehre und Behandlung durch Akupunktur hat zum Ziel, Chi-Ungleichheiten im Körper zu beheben. Feng-Shui, im Vergleich zur Akupunktur, setzt seinen Fokus auf der Beziehung des Menschen zur Natur, also auf eine Bezugnahme zur Umwelt und Architektur– damit inbegriffen ist somit auch das Wohnumfeld.

Grundlegende Prinzipien des Feng Shui

Es ist schwer, eine einheitliche Definition des Feng Shui zu finden. Begründet liegt dies einerseits in der enormen Größe des Chinesischen Reiches bereits in seinen Anfängen und andererseits in dem Verbot der Praktizierung von Feng Shui in China seit dem die kommunistische Partei die Regierungsgeschäfte übernommen hat. Es gibt jedoch grundlegende Prinzipien, die modernes und klassisches Feng Shui vereint: Yin & Yang, die Fünf Elemente sowie das BaGua.

Yin & Yang: Yin & Yang Jeder kennt das Symbol, nur wenige wissen jedoch genau was es mit ihm auf sich hat – ich wiederhole mich J. Wie Strom haben Yin und Yang zwei Pole, die in einem ständigen Wechsel zueinanderstehen. Yin und Yang stehen im Gegensatz miteinander, gemeinsam sind sie jedoch eins. Alles, jeder Gegenstand, jedes Lebewesen, kann entweder dem weißen Yang oder dem schwarzen Yin zugeordnet werden. Wenn Yin und Yang im Gleichgewicht sind, fördern sie den Fluss des Chi.

Fünf-Element-Lehre: Die Fünf Elemente des Feng Shui sind Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Jedes einzelne Element beschreibt einen anderen Zustand des Chi. Diese Elemente stehen nicht unabhängig voneinander, sondern beeinflussen beziehungsweise begründen sich gegenseitig. Oft wird diese Beeinflussung in Form eines Kreislaufes dargestellt, einem Entstehungs-, Wachstums- und Hervorbringungskreislaufs. Ein Beispiel:  Die Mineralien der ERDE machen das WASSER lebendig, durch das WASSER können Pflanzen wachsen, aus denen wiederum HOLZ entsteht, etc.  In der Praxis unterstützt man diesen Kreislauf der Elemente und damit auch den Fluss des Chi durch eine passende Farb- und Formwahl des Interieurs. Mehr dazu später.

 „BaGua“ oder Acht Trigramme genannt: Das BaGua besteht aus acht Sektoren die für unterschiedliche Energiequalitäten stehen. Mit Hilfe des BaGua können einzelne Bereiche eines Hauses einer eigenen Funktion mit spezifischer Bedeutung und Wirkung zugeordnet werden. Dies kann synonym zum menschlichen BaGua GitterKörper erklärt werden. Das Herz hat zum Beispiel eine andere Funktion als die Lunge und so weiter und so fort. Analog hat auch der BaGua Sektor „Familie und Gesundheit“ eine andere Funktion als der Sektor „Finanzen und Reichtum“. Mit dem BaGua Modell lässt sich somit euer Zuhause aufteilen, was die Grundlage für die Aktivierung und Förderung des Chi- Flusses ist. Durch dieses Modell weiß man dann, wo im Haus welche Einrichtungsmaterialien, Farben und Formen ideal sind. Ihr merkt, es geht langsam ans praktische Einrichten. Endlich. :)

Haus einrichten nach Feng Shui – Die Lehren in der Praxis

Um herauszufinden, welcher der acht BaGua Sektoren bei euch zu Haus wo zu finden ist, legt ihr das Modell am besten auf einen Grundriss eures Hauses. Hierbei richtet ihr das Modell so aus, dass eure Hauseingangstüre entweder in den Sektoren „Wissen/Weisheit“, „Karriere/Berufung“ oder „Hilfreiche Menschen“ ist. Somit sind die übrigen BaGua Sektoren automatisch auf den restlichen Grundriss verteilt. Außerdem lässt sich jeder BaGua Sektor auch einem der fünf Elemente zuordnen. Die fünf Element Lehre ist also mit ausschlaggebend für die geeignete Farbwahl in den Räumen. Darüber hinaus spielt die Lehre des Yin & Yang, wie bereits erklärt, eine Rolle. Denn wenn ungefähr gleichviele Yin wie Yang Gegenstände in einem Raum sind, befördert dies auch den Fluss des Chi.

BaGua

Allgemeingültige Einrichtungstipps nach Feng Shui

Mit diesen einfachen Tipps könnt ihr euch der Lehre ganz einfach annähern. Nach Feng Shui sollte man zum Beispiel eine Couch nicht in der Mitte eines Raumes platzieren, denn es bringt Unruhe ins Wohnzimmer. Wem dies optisch aber gut gefällt, sollte eine Kommode oder eine hohe Pflanze hinter die Couch stellen, dies beruhigt. Außerdem sollte man im Schlafzimmer das Bett nicht direkt zwischen Zimmertür und Fenster positionieren. Der Grund hierfür ist ein zu starker Energiefluss zwischen Tür und Fenster, was zu einem unruhigen Schlaf führen soll. Im Homeoffice ist es wichtig, dass man nicht mit dem Rücken zur Tür sitzt. Man sollte immer die Zimmertür mit im Blick haben. Nicht zu wissen, wann und ob gerade jemand zur Türe hineinkommt führt zu einem unguten Gefühl. Darüber hinaus seien Spiegel im Haus sehr gut dazu geeignet, die Energie Chi im Haus zu behalten, also zu verhindern, dass sie wieder aus dem Haus herausfließt. Auch sollte nach Feng Shui öfter mal ausgemistet werden, da zu viel „Krimskrams“ den Energiefluss behindere. Gerümpel darf also gerne aus dem Haus „fließen“. :)

So Ich hoffe, ich habe euch mit dieser Einführung ein paar hilfreiche Tipps und spannende Infos liefern können. Für die ersten Schritte des Praktizierens von Feng Shui seid ihr jetzt gewappnet. Bevor ihr jedoch anfangt, Wände rauszureißen oder alle eure Möbel zu verkaufen, solltet ihr euch noch ausführlicher mit der Lehre beschäftigen. Schreibt uns, wenn ihr bereits Erfahrungen mit Feng Shui gemacht habt, oder noch Anmerkungen und sogar Tipps habt.

 

Quellen:
www.schoener-wohnen.de/feng-shui
www.farbenundleben.de/fengshuil
www.feng-shui.net/tipps
www.wikipedia.org/Feng_Shui
www.everyday-feng-shui.de
www.feng-shui.net/grundlagen
www.8-trigramme.de
www.guter-rat.de/feng-shui-fuer-anfaenger

Bildquelle: pixaby.com | Peggy Marco

 

Ann-Catrin Eckstein

Ann-Catrin Eckstein

Immobilien können zum Träumen einladen? Ja für mich ist das so! Gerne schaffe ich inspirierende Vorschläge für eure Wohnträume. Ob Energiefresser, Fertighaus oder Deko Tipp: ich mache mich schlau – und dann euch.
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