Deine Möbel, deine Persönlichkeit: So lebst du!

Der Charakter des Menschen spiegelt sich in vielen alltäglichen Dingen wider. Für diese Aussage muss man keine psychologische Ausbildung haben. Sei es die Kleidung, die Interessen, oder auch, wie man sich fortbewegt. Alles lässt sich zurück auf den Charakter des Menschen führen. Aber habt ihr schon mal darüber nachgedacht, dass der Einrichtungsstil einer Person auch Einblicke in die Persönlichkeit geben kann? Nicht nur die Theorie einiger Wissenschaftler zeigt das, sondern auch ein Selbsttest.

Unsere Wohnung: ein Spiegel der eigenen Persönlichkeit

Sam Gosling, aus Großbritannien stammender US-Psychologe, beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit den Zusammenhängen zwischen der eigenen Persönlichkeit und der Gestaltung der eigenen vier Wände. Und von vornherein lässt sich klar sagen: Ja, es gibt hierbei einen Zusammenhang. An keinem anderen Ort sind so viele Dinge des persönlichen Eigentums versammelt, wie in unseren Wohnräumen. Kein Wunder also, dass für Psychologen, und solche, die es gerne wären, schon ein kleiner Blick in unsere Wohnung große Rückschlüsse auf unseren Charakter ermöglicht.

 

Was die Einrichtung ausdrückt

Aber was sind die typischen Charaktere, denen ein bestimmter Einrichtungsstil zugeordnet werden kann?

Der gesellige Typ:
Sind in Wohnräumen viele Sachen zu finden, die Verbindungen mit anderen Menschen zum Ausdruck bringen, handelt es sich um eine Person, für die Beziehungen mit anderen zu den wichtigsten Dingen im Leben gehören. Dies kann ein Sportgerät, wie ein Fußball oder Hockeyschläger sein, als Beleg einer Vereinsmitgliedschaft. Eine solche Persönlichkeit behält auch Geschenke in der Wohnung, die ihr vielleicht weniger gefallen oder keinen Nutzen für sie haben – ganz einfach aus dem Grund, dass der Schenkende für sie von Bedeutung ist. Außerdem bevorzugt dieser Typ Mensch gemütliche Sitzgelegenheiten mit Stoffbezug. Oftmals steht das Möbelstück in einer sicheren Ecke im Raum. Dieser Typ braucht kuschelige Decken, Zeitschriften und die Fernbedienung in greifbarer Nähe.

Der heimatverbundene Typ:
Bauklötze und andere Relikte aus der Kindheit sowie Gegenstände, die einen Bezug zur Herkunft haben und an das elterliche Zuhause erinnern, sind bei Menschen in der Wohnung zu finden, die gern an ihre Kindertage zurückdenken und diesen Dingen deshalb Platz in ihrem erwachsenen Umfeld einräumen. Oft schwingt etwas Wehmut mit, die sich in Gedanken wie „nie war das Leben leichter und unbeschwerter als damals“ niederlegen.

Der nachdenkliche Typ:
Wohnungen, die geprägt durch Fotostapel, alte Terminkalender oder Tagebücher sind, gehören in der Regel zu Personen, die sich mit Vorliebe intensiv mit der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Gedanken auseinandersetzen. In den Räumlichkeiten nachdenklicher Personen sind zudem gelegentlich auch Kuscheltiere oder Glücksbringer anzutreffen. Aber auch eine eigene Bibliothek, oder zumindest eine speziell auserkorene Leseecke, ist sehr oft in diesen vier Wänden anzutreffen.

Der Poser:
Wenn Wohnungen mit Möbeln und Dingen eingerichtet sind, die sich in Seltenheitswert und Preis gegenseitig überbieten, lässt dieses auf einen Bewohner schließen, der zum Ausdruck bringen will, dass er sich anderen überlegen fühlt. Derartige Einrichtungsgegenstände erzeugen oft bei anderen Personen Respekt bis hin zu Neid. Der sogenannte Poser begrüßt dieses Verhalten seiner Mitmenschen aber auch.

Der unzufriedene Typ:
Glänzen in der Wohnung Pokale und Medaillen um die Wette oder reihen sich Diplome oder Urkunden dicht an dicht an den Wänden, handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Bewohner, dessen Selbstvertrauen eher gering ist, oder bei dem das tatsächliche Selbstbild nicht zum eigenen Ideal passt. Durch die offene Zurschaustellung von Belegen für erlangte Siege und Erfolge versucht diese Person ihre Unzufriedenheit zu reduzieren und Selbstzweifel zu kaschieren.

 

Der Selbsttest

Aber jetzt mal genug der Theorie. Schon beim Beschreiben der einzelnen Charaktere habe ich mich dabei erwischt, wie ich überprüfe, ob die einzelnen Beschreibungen auf mich zutreffen könnten. Und ich stelle sofort fest: Es gibt einige Parallelen. Ich würde mich in keinster Weise nur mit einem der Charaktere vergleichen. In mir persönlich steckt eine Mischung, die sich auch in meiner Wohnung widerspiegelt. In erster Linie würde ich mich als geselliger Typ beschreiben. Es ist mir sehr wichtig den Kontakt zur Familie und zu den Freunden zu halten, aber auch zu intensivieren. Und das beinhaltet nicht nur ein „Hey, wie geht’s dir“ per Whatsapp. Regelmäßige Treffen, auch auf der heimischen Couch, sind Pflicht. Und da ist sie ja, die Couch aus Stoff, im sicheren Eck des Wohnzimmers. Außerdem die Fernbedienung griffbereit und eine Sportzeitschrift immer auf dem Couchtisch. Verblüffend, dass die Theorie mit der Praxis bei mir so übereinstimmt. So finde ich auch einige Züge des Heimatverbundenen an mir, mit einem Hauch eines Posers. Die Leidenschaft zum heimatlichen Fußballverein würde jeder erkennen, der meine Wohnung betritt. Ein Schal hier, ein Wimpel da, selbst die Glasuntersetzer sind in blau-weißer Farbe. Die Weizenbiergläser in der Küche sind mit dem Logo der örtlichen Brauerei verziert. Das Ganze kombiniert mit Möbelstücken, die für den einen oder anderen fraglich wirken. Ein speziell designtes Sideboard mit einem riesigen Fernseher oben drauf. Dies kann natürlich angeberisch wirken. So bin ich eben. Besser gesagt, das ist meine Einrichtung – ein Mischmasch meiner Persönlichkeit.

Ich bin erstaunt, wie zutreffend die Theorie ist. In Zukunft werde ich auf jeden Fall viel mehr auf die Einrichtung anderer Menschen achten und den Hobbypsychologen rauslassen. Aus diesem Grund rate ich: Nehmt euch einige Minuten Zeit, lauft durch die Wohnung und versucht herauszufinden, ob man euren Charakter anhand eurer Einrichtung analysieren kann.

 

Quellen:

FAZ.net
Kurier.at
Wohnen.de
Focus.de

Bildquellen:

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David Stach

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Grenzen, wie Ängste, sind oft nur eine Illusion. Und Illusionen sind da, um überwunden zu werden. „ Ich versuche sie grundsätzlich im Vollsprint zu überspringen.“
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